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Moderne Steinkunst aus Simbabwe ist mittlerweile international bekannt und geschätzt. Die sympathischen Steinskulpturen haben weltweit viele Bewunderer und  Liebhaber gefunden und bestechen durch ihre starke Ausdruckskraft.

Geschichte

sunheadBereits seit gut 1000 Jahren gibt es in Simbabwe eine Bildhauertradition. Die ältesten Zeugnisse findet man in der großartigen Ruinenstadt Great Zimbabwe bei Masvingo. Die damaligen Künstler waren in ihrer Gemeinschaft hoch anerkannt. Die Motive der Skulpturen kamen aus der Religion und den alten Geschichten der Simbabwer (links im Bild: "Sunhead" von Edward Chiwawa).

Die Geschichte der modernen Steinkunst aus Simbabwe begann mit Joram Mariga, der unter einfachen Verhältnissen als Landwirtschaftsberater bei Nyanga tätig war und bei Straßenarbeiten im August 1958 einen schönen grünen Stein fand, der ihn spontan zur Bearbeitung anregte. Frank McEwen, der damalige Direktor der National Gallery, unterstützte die Bemühungen einer eigenständigen ‚schwarzen’ Kunst. So war der Grundstein für die moderne Steinkunst Simbabwes gelegt.

1966 trat die Tengenenge-Gruppe auf die Szene, eine Gruppe ehemaliger Arbeiter der Tabakfarmen Tom Blomfields. Gemeinsam mit einigen Arbeitern begann der Farmer nach der Aufgabe seiner Farm mit der Bildhauerei. Später arbeiteten Tom Blomfield und Joram Mariga zusammen und gründeten eine Bildhauergruppe, die auch junge Künstler ausbildete – die Tengenenge-Gruppe.

Gegenwart

Heute gibt es eine Vielzahl von hochtalentierten Bildhauern in Simbabwe. Namen wie Joseph Ndandarika, Henry Munyaradzi, Bernhard Matamera und Nicolas Mukomberanwa sind inzwischen weltweit berühmt und in internationalen Kunstausstellungen vertreten. Zwar gibt es weiterhin Anlehnungen an alte afrikanische Traditionen und Motive, insgesamt kann man aber sagen, dass sich eine neue selbstständige Kunstrichtung herausgebildet hat.

In den Ausstellungen der DSG e.V., im Rahmen der jährlichen Messe Bazaar-Berlin  sind Skulpturen von simbabwischen Künstlern aus Tengenenge und anderen Künstlergemeinden sehen. Tengenenge liegt etwa 140 Kilometer nördlich der Hauptstadt Harare. Es ist ein faszinierendes Freilichtmuseum und eine lebendige Kunstwerkstatt. Um ein paar einfache Hütten herum stehen unzählige Skulpturen in allen Größen. Junge und ältere Männer, nur wenige Frauen, verkaufen ihre Arbeiten. Waren es in den ersten Jahren 20 - 30 Bildhauer, so leben heute in der Umgebung etwa 180 Familien von ihren Steinarbeiten. Durch die Dürre der Jahre 1991/92 und 1994/95 sind viele Familien hinzugekommen, da die Landwirtschaft kaum noch das Existenzminimum erwirtschaften kann. Meistens ist die gesamte Familie in den Herstellungsprozess einbezogen. Der Künstler arbeitet die Form heraus, die Feinarbeiten wie polieren, erhitzen und wachsen des Steines wird von anderen Familienmitgliedern übernommen. Die meisten Bildhauer sind Autodidakten. Sie gucken den bekannten Bildhauern über die Schulter. Wenn sie Glück haben, können sie einen von der National Gallery organisierten Workshop besuchen. Einige Skulpturen stammen von Künstlern aus Harare und Chitungwiza, einem Vorort von Harare mit 600.000 Einwohnern. Sie sind zwar – noch nicht – bekannt, aber die handwerkliche Ausführung und die Vielzahl der künstlerischen Ideen braucht sich nicht zu verstecken.

Eine Dokumentation über das Art Centre in Chitungwiza von Laura Berkemeyer vom Jahr 2014 finden Sie auf Youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=Zn0KvGUGMFM&feature=youtu.be


Material und Bearbeitung

In Simbabwe gibt es eine große Anzahl von Steinsorten. Das Material, das die meisten Bildhauer für ihre Arbeiten nutzen, ist Serpentin. Es gibt diesen Stein in unterschiedlichsten Farbnuancen, von schwarz über braun bis zu grau und grün (rechts im Bild: "Proud" von Colleen Madamombe).

Auf die Auswahl ihrer Steine legen die Bildhauer größten Wert. Keiner geht mit vorgefertigtem Plan ans Werk, den es dann nur noch technisch umzusetzen gilt. Die Arbeit mit dem Stein ist vielmehr ein permanenter Dialog. Die Motive entstammen den alten Erzählungen. Ein häufiges und beliebtes Motiv ist die Metamorphose. Der Übergang von einem Wesen in ein anderes, zumeist eines Menschen in ein Tier, ist ein oft behandeltes Thema in den traditionellen Mythen. Da der Kontakt zu den Ahnen einen wichtigen Teil des spirituellen Lebens darstellt, ist auch dieses Motiv oft zu finden. Aber auch aktuelle Ereignisse regen die Künstler an. Gebet um Regen wurde in der ersten Dürre 91/92 von einigen Künstlern erstmalig aufgegriffen.

Kunst und Hilfe

Auf Grund der schwierigen politischen Entwicklung in Simbabwe in den vergangenen Jahren ist die Durchführung von Ausstellungen simbabwischer Steinkunst noch wichtiger geworden. Die Erlöse der Ausstellungen der DSG e.V. gehen in die Projektarbeit des Vereins und in die Förderung der Künstlerkooperativen vor Ort.

Seit 1982 ist Kerstin-A. Hemker regelmäßig in Zimbabwe. Sehr schnell erlag sie dem Zauber der Skulpturen. Nachdem sie zunächst nur für sich selber zu sammeln begann und zahlreiche Freundschaften mit Bildhauern wuchsen, reifte die Idee, diese Kunst in Deutschland bekannter zu machen.

Kontakt:

Dr. Reinhold Hemker, Tannenweg 14, 48432 Rheine, Mobil +49 171 265 898 9,  Fon +49 5975-8989, Fax +49 5975-305589, E-Mail: hemke_00@uni-muenster.de

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