Die politische Entwicklung Simbabwes

Amtliche Bezeichnung: Republik Simbabwe (Republic of Zimbabwe)

Regierungsform: Präsidialrepublik (Republic)

Bevölkerung: 12.671.860 (Stand Juli 2004)

Wovon rund 77% zur Bevölkerungsgruppe der Shona und rund 18% zu den Ndebele zählen. Die restlichen 5% der simbabwischen Bevölkerung setzen sich aus anderen afrikanischen Bevölkerungsgruppen (Tonga, Hlengwe, Sotho und Venda), wenigen Weißen und Asiaten zusammen.

Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner pro qkm

Stadtbevölkerung: 35%

Die größten Städte sind die Hauptstadt Harare (früher Salisbury, links im Bild) mit ca. 1,8 Millionen Einwohnern, Bulawayo im Süden mit 660.000 Einwohnern, Chitungwiza mit etwa 280.000 Einwohnern und Mutare ganz im Osten mit etwa 135.000 Einwohnern.

Bev. unter 15 Jahren: 41%

BSP/Einwohner: 480 US-Dollar

Sprachen: Englisch, Shona und Ndebele

Analphabetenquote: 15%

Religion: 55% Christen, dazu Anhänger von traditionellen Religionen, Moslems und Juden

Verwaltungseinheiten: 55 Distrikte in den acht Provinzen

(Mashonaland East, Mashonaland Central, Mashonaland West, Midlands, Matabeleland North, Matabeleland South, Masvingo, Manicaland)



Die aktuelle Lage in Zimbabwe

Wirtschaftliche Lage

In den letzten Jahren sah sich Simbabwe mit einem beispiellosen Niedergang seiner Wirtschaft konfrontiert. Die einstige "Kornkammer Afrikas" mit einer überaus produktiven Landwirtschaft, reichen Vorkommen an Gold und Platin und einer florierenden Tourismusbranche steht heute vor dem Ruin.
Die Inflation stieg in unvorstellbare Höhen. Betrug die Inflationsrate im Februar 2007 noch 50 %, so waren es im Juli 2008 nach offiziellen Angaben bereits 231 Millionen Prozent. Nach Berechnungen des CATO-Institutes stieg die Inflation im November 2008 auf unglaubliche 215 Quintillionen (1018) Prozent[1]. Nach Antritt der Übergangsregierung wurde im Februar 2009 der Zimbabwe Dollar als Landeswährung abgeschafft und durch den US Dollar und den südafrikanischen Rand ersetzt. Damit wurde die Hyperinflation der Währung quasi über Nacht beseitigt - nicht aber die wirtschaftliche Schwäche.

Es gibt kaum Arbeit im Land. 85% der Simbabwer sind arbeitslos. Auch die für viele Simbabwer lebensnotwendigen Tätigkeiten im informellen Sektor, wie der Straßenverkauf von Produkten, sind seit der Operation Murambatsvina  im Jahr 2005,  verboten und nur schwer möglich. Hunderttausende Simbabwer sind heute vom Hungertod bedroht. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen schlägt Alarm, denn  die Zahl der an Hunger leidenden Menschen hat sich in einem Monat verdoppelt. Während im Oktober 2008 noch zwei Millionen Simbabwer auf Essensspenden angewiesen waren, waren es im November 2009 bereits vier Millionen Menschen. 28 Prozent der Kinder seien chronisch unterernährt, so der Sprecher des Welternährungsprogramms. Die Lebenserwartung sank mittlerweile auf 34 Jahre (von 61 Jahren Anfang der 1990er Jahre).

Politische Lage

Für viele Beobachter überraschend konnte die Oppositionspartei in Simbabwe, das Movement for Democratic Change  (MDC) bei den kombinierten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen am 29. März 2008 - trotz Unregelmäßigkeiten beim Ablauf der Wahl und übergriffen des Sicherheitsapparates auf Oppositionelle ü eine knappe Mehrheit der Sitze im Parlament gewinnen. Die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl wurden mit erst mit fünfwöchiger Verzögerung am 2. Mai 2008 bekannt gegeben. Demnach kam Morgan Tsvangirai (MDC) auf 47,9 % der Stimmen, Amtsinhaber Robert Mugabe (ZANU-PF) auf 43,2 %. Damit verfehlten beide die absolute Mehrheit, sodass eine Stichwahl erforderlich wurde. Diese Stichwahl um das Amt des Präsidenten vom 27. Juni 2008 konnte Mugabe für sich entscheiden. Allerdings stand er allein zur Wahl, da sein Gegenkandidat Tsvangirai von der Wahl zurückgetreten war.

Am 15. September einigten sich Mugabe und Tsvangirai in einem „Agreement“[2] auf eine Aufteilung der Macht und die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit. Mugabe sollte Präsident bleiben und Tsvangirai das Amt des Premierministers übernehmen. Jedoch scheiterte die Umsetzung unter anderem an der Verteilung wichtiger Kernministerien. 

Mitte Februar kam es zur Bildung der Übergangsregierung aus ZANU-PF und den beiden Flügeln der MDC mit Robert Mugabe als Präsidenten und Morgan Tsvangirai als Ministerpräsidenten.

Politische Gewalt

Amnesty International veröffentlichte Zahlen, wonach seit den Wahlen im März 2008 mehr als 180 Menschen aus politischen Motiven getötet wurden und weitere 9.000 Menschen durch politische Gewalt verletzt worden seien.

A K T U E L L E S

DSG-Mitglied berichtet in AGEH

Melanie Assauer schreibt über das Projekt "Streets Ahead".

 


 

Spendenaufruf für Book Café Harare

Künstler-Café benötigt Unterstützung


Schulpartnerschaft feiert Jubiläum

Förderer für Jubiläum gesucht


Bündnis gegen AIDS

DSG ruft zu Untersachriftenaktion auf.


Literaturtipp

Magazin Weltsichten berichtet über Simbabwes Qual mit der Wahl.

T E R M I N E

Pfingsten in Blossin

Austausch von deutschen Simbabwe-Freunden.